Bei NE7AS (lat. nefas; Gottlosigkeit) handelt es sich um eine zeitgemässe Inszenierung der sieben Todsünden. Die Katholische Kirche erstellte einst den Katalog der verdammenswerten Lastern. Superbia, avaritia, luxuria, ira, gula, invidia und acedia beherrschten einst in allen Bereichen das Leben der Gläubigen. Laster als Vorbote der Sünde. Einzig durch die Busse konnte die wissentlich, aus freiem Willen begangene, schwerwiegende Sünde vergeben werden. Doch bedeuten Neid, Zorn, Wollust und Völlerei in unserer stolzen, geizigen und von Faulheit besessenen Gesellschaft überhaupt noch etwas? Wenn mann die Menschheit so betrachtet, muss viel mehr davon ausgegangen werden, dass der Slogan "Niemand ist frei von Sünden- also her mit der Sünde"!, befolgt wird. Wir leben in einem Zeitalter voller Habgier, Wollust und Völlerei, da scherrt sich niemand mehr um Sünde oder Busse. Die einstigen Laster werden zu Tugenden. Alles ist erlaubt, solange man Spass hat.


Genau diese fehlende Moral hat sich NE7AS als Ziel genommen, verschiedene Bevölkerungsgruppen im Sog der Sünde, in dieser Fotoserie das alltägliche einzufangen. Dabei wollte man aufzeigen, das Täter zu sein oft mit dem Opfersein einhergeht. Es wurde versucht eine Geschichte anhand einer Momentaufnahme, ohne Bücher und ohne Film zu erzählen. Aus den einzelnen Bildern entstand eine zusammenhängende Erzählung, welche sich, dem aufmerksamen Betrachter, als Teufelskreis offenbaren sollte.